Die Wölfli und die Bienli als terroristische Staatsgefahr
Der computerisierte Amtsschimmel wiehert
Arme rauf, Arme runter, die Beine auseinander. Mikey Hicks aus New Jersey kennt das Prozedere. Im Alter von zwei Jahren habe die „Sonderbehandlung“ am Check-in-Schalter begonnen, berichtete derStandard.at am 15.01.2010: Seither wird Mikey jedes Mal, wenn er mit seiner Mutter fliege, von der Heimatschutzbehörde aufgehalten, zur Seite genommen, von Kopf bis Fuss gefilzt, sein Name im Computer überprüft. Dann dauere es auch nicht mehr lange, bis ihm die Heimatschutzbehörde erkläre, dass er im Visier der Terrorbekämpfer stehe. Mikey, heute acht Jahre alt, trage einen von 13‘500 Namen, die sich auf der „Terror-Watchlist“ der Transportation Security Administration (TSA) befänden, schreibe die New York Times (NYT). Der Pfadfinder stehe dort, seitdem ein anderer „Mikey Hicks“ nach dem 11. September 2001 bei der Heimatschutzbehörde aufgefallen sei; auch sein Vater, der denselben Namen trage, sei kürzlich aufgehalten worden. Seine Eltern hätten alles versucht, um ihn von der Liste zu streichen, schreibe die NYT. Sie hätten Anträge gestellt und Senatoren angerufen - geholfen habe keine der versuchten Massnahmen. Mikey Hicks sei kein Einzelfall. Laut NYT hätten in den vergangenen drei Jahren 81‘793 Reisende formal darum ersucht, von der TSA-Liste gestrichen zu werden. Die Datenbank des „Terrorist Screening Centers“ umfasse eine Million Einträge über 400‘000 Namen von Personen, die der Unterstützung von Terroristen verdächtigt würden. 3‘400 davon stünden auch auf der „No Fly List“, weil sie als Gefahr für die Luftfahrt oder die Nationale Sicherheit eingeschätzt würden.
Quelle: derStandard.at; Hans Schürmann; 15.01.2010
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