Atomforschern gehen 67 Rechner und Smartphones verloren

Vielleicht leuchten die Geräte ja im Dunkeln

Spektakuläre Datenpannen sind gegenwärtig an der Tagesordnung. Dass aber Nuklearwaffen-Experten ihre Notebooks und Smartphones nicht besser hüten, ist beängstigend: 67 Geräte sind den US-Forschern des Atomwaffenzentrums in Los Alamos verloren gegangen.
Das Project on Government Oversight (POGO) hat es sich zur Aufgabe gemacht, den US-Behörden auf die Finger zu schauen, Missstände aufzudecken und Bürgerrechte zu vertreten. Die Organisation hat jetzt einen Bericht veröffentlicht, dem zufolge in den letzten Jahren 67 Computer und mobile Endgeräte der Kernwaffenforschungseinrichtung Los Alamos National Laboratory (LANL) verschwunden sind. Allein Jahr 2008 waren es 13 Stück. Das brisante Dokument stammt von der Atomaufsicht des Energieministeriums.
Die Kernwaffenforschungseinrichtung hat diese Zahl inzwischen bestätigt. Man könne jedoch ausschliessen, dass sich auf den Laptops, Blackberrys etc. sensible Daten wie beispielsweise Forschungsergebnisse oder gar Anleitungen für den Bau einer Atombombe befänden. Höchstens persönliche Daten von Mitarbeitern könnten sich auf den Geräten befinden.
Ganz so entspannt sieht das POGO nicht. Schliesslich könnten sich Kriminelle mit den vorhandenen Daten, E-Mail-Konten oder gespeicherten Passwörtern eben doch Informationen erschleichen, die nicht für ihre Augen bestimmt sind.
Einem der Mitarbeiter sei der Blackberry in einem als sensibel eingestuften Land verloren gegangen. Andere Forscher nahmen ihre Arbeitsrechner nach Hause, wo sie gestohlen wurden. Die Inventur entlarvt auch die unprofessionellen Sicherheitsvorkehrungen: von drei PCs, die die Forschungseinrichtung verlassen, ist nur einer mit Genehmigung aus dem gesicherten Areal herausgeschafft worden.



Quelle: Computerzeitung.de; Jacqueline Pohl; 13.02.2009

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